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Zitrusfrucht im Großformat – Kunst, Klasse 5c und 5d

Im Kunstunterricht der Klasse 5c und 5d  bei Fr. B. stand die genaue Beobachtung eines alltäglichen Gegenstandes im Mittelpunkt. Als Ausgangspunkt brachte jede Schülerin und jeder Schüler eine Zitrusfrucht mit. Diese wurde zunächst von außen betrachtet und anschließend aufgeschnitten, um auch die besonderen Strukturen des Fruchtinneren untersuchen zu können.

 

Durch das genaue Hinschauen entdeckten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Einzelheiten, die im flüchtigen Alltag häufig übersehen werden: die unterschiedlichen Formen und Anordnungen der Fruchtsegmente, die feinen Trennhäute, die charakteristische tropfenförmige Innenstruktur des Fruchtfleisches sowie die weiße Schicht direkt unter der Schale. Auch Unterschiede in Farbe, Oberfläche, Transparenz, Lichtwirkung und Struktur wurden wahrgenommen und zeichnerisch bzw. malerisch untersucht.

 

Dabei ging es vor allem darum, einen alltäglichen Gegenstand nicht einfach aus dem Gedächtnis oder als vereinfachtes Symbol darzustellen, sondern ihn bewusst und mit Augenmaß zu betrachten. Die Schülerinnen und Schüler übten, Größenverhältnisse, Formen, Abstände und Proportionen möglichst genau zu erfassen. Durch die starke Vergrößerung der Zitrusfrucht entstand eine neue Perspektive auf einen vertrauten Gegenstand: Details, die normalerweise kaum wahrgenommen werden, rückten in den Mittelpunkt und wurden zu wichtigen Bildelementen.

 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Wiederholung und Vertiefung verschiedener Farbaufträge. Die Schülerinnen und Schüler setzten dabei unterschiedliche malerische Techniken gezielt ein, um die verschiedenen Eigenschaften der Zitrusfrucht sichtbar zu machen.

 

Für das Fruchtfleisch wurde der bereits bekannte lasierende Farbauftrag wiederholt. Die Farbe wurde dafür stark mit Wasser verdünnt und in dünnen, transparenten Schichten aufgetragen. So konnte die Leuchtkraft und teilweise Durchsichtigkeit des Fruchtfleisches dargestellt werden. Die einzelnen Farbschichten ließen die darunterliegenden Bereiche weiterhin sichtbar und erzeugten dadurch eine leichte, leuchtende Wirkung.

 

Im Gegensatz dazu wurde für die Schale der pastöse Farbauftrag eingesetzt. Hier wurde die Farbe möglichst unverdünnt und deckend aufgetragen. Dadurch konnten die kräftigere Farbwirkung, die Materialität und die deutlichere Oberfläche der Schale herausgearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren dabei unmittelbar, dass unterschiedliche Malweisen dazu beitragen können, verschiedene Materialien und Oberflächen überzeugend darzustellen.

 

Die Aufgabe verband somit genaues Beobachten, zeichnerisches Erfassen und malerisches Experimentieren. Die Zitrusfrucht diente dabei nicht nur als Motiv, sondern als Anlass, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und die Wirkung unterschiedlicher Farbaufträge praktisch zu erfahren.

 

Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass selbst ein scheinbar einfacher und alltäglicher Gegenstand eine Vielzahl interessanter Formen, Strukturen und Farbnuancen bietet, wenn man sich die Zeit für eine aufmerksame und genaue Beobachtung nimmt. Durch die großformatige Darstellung wurden diese Details bewusst hervorgehoben und in eine eigenständige künstlerische Bildwirkung überführt.

 

Text und Bild: M. Berteld / A. Behrends

 

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Veröffentlichung

Mo, 05. Oktober 2026

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